Dieses Rezept für luxemburgische Boxemännchen war ursprünglich Teil meines Plätzchenadventskalenders 2025, einer E-mail-Serie im Dezember. Die anderen Rezepte findest du hier (ich bin dabei sie nach und nach zu übertragen) sodass man sie einfach finden kann. Du kannst dich dort auch für das nächste Jahr anmelden.
Auch in Luxemburg, meiner Wahlheimat, kommt in der Nacht vom fünften auf den sechsten Dezember der Nikolaus. Aber hier heißt er Kleeschen und hat grundsätzlich einen Esel (Iesel) dabei. Den braucht er auch, denn traditionell bringt er hier im Gegensatz zu Deutschland den Kindern den größten Teil der Weihnachtsgeschenke.
Manchmal wird er auch vom Houseker begleitet, der luxemburgischen Version des Knecht Ruprecht. Die Luxemburger nehmen diesen Tag so ernst, dass die Grundschulen geschlossen sind obwohl es kein gesetzlicher Feiertag ist.
Am Heiligabend bekommen die Kinder ebenfalls Geschenke. Die bringt hier das Chrëschtkëndchen, also das Christkind. Diese Geschenke sind meist bodenständiger: Bücher, Kleidung und ähnliche Dinge.
Als britisch-deutsche Familie ist es nicht so einfach, deutsche, luxemburgische und britische Weihnachtstraditionen unter einen Hut zu bringen. Bei uns übernimmt deshalb Santa die Geschenke am 25. Dezember (wir stellen ihm eine Mince Pie und den Rentieren eine Karotte hin), während Kleeschen für den 6. Dezember zuständig ist (er bekommt ebenfalls ein Plätzchen, sein Esel eine Karotte). Das Christkind wird damit am Heiligabend entlastet. Es ist schließlich noch ein Baby und außerdem hat es auch noch Geburtstag!
Das heutige Rezept sind Boxemännchen, ein süßes Hefegebäck, das traditionell vom Kleeschen mitgebracht wird. Man bekommt sie natürlich während der gesamten Adventszeit in jeder Bäckerei. Sie sind so ikonisch, dass ihnen gleich mehrere Weihnachtslieder gewidmet wurden. Oft kommen sie mit einer Pfeife im Arm. Es gibt sie mit Rosinen oder Schokotropfen, halb in Schokolade getaucht, mit Streuseln verziert oder ganz schlicht.


Boxemännchen
Ein süßes Hefegebäck, das gern verschenkt wird

Ergibt ungefähr 6 Stück
Zutaten
500g Mehl Type 550
70g Zucker
100g weiche Butter
20g Frischhefe oder 7g Trockenhefe (2 Tl)
8g Salz
200ml Milch
2 Eier
1 Ei + 1 EL Milch zum Bestreichen
Deko (je nach Wunsch)
Streusel, Schokolinsen, Schokodrops, Rosinen
Zubereitung
Teig herstellen
Eine Küchenmaschine ist hier sehr hilfreich, aber der Teig lässt sich auch von Hand kneten. Dafür zunächst alle Zutaten außer der Butter zu einem Teig verkneten. Anschließend die weiche Butter nach und nach einarbeiten. Danach weiterkneten, bis sich das Glutennetzwerk gut entwickelt hat.
Bei reichhaltigen Hefeteigen kann das eine Weile dauern, und der Teig ist am Anfang sehr klebrig. Das ist absolut normal. Meine Küchenmaschine brauchte etwa 10–15 Minuten, und ich musste den Teig zwischendurch ein paar Mal zusammenschieben.
Auf dem Bild sieht man den sogenannten Fenstertest. Dazu nimmt man ein kleines Stück Teig und zieht es vorsichtig zwischen den Fingern auseinander. Lässt es sich auseinanderziehen ohne zu reißen, ist das Glutennetzwerk ausreichend entwickelt. Für Brot würde man den Teig meist noch etwas weiter kneten, bis er beinahe durchscheinend wird. Für Boxemännchen reicht dieser Punkt aber aus.

Erste Gehzeit
Den Teig bei Zimmertemperatur gehen lassen. Ich verwende dafür gerne eine Box mit Deckel, damit er nicht austrocknet. Den Deckel dabei nicht fest verschließen, sondern nur lose auflegen, damit überschüssiges Gas entweichen kann. Je nach Raumtemperatur dauert das etwa 45 bis 90 Minuten. Alternativ kann man den Teig an dieser Stelle auch über Nacht im Kühlschrank gehen lassen.

Formen
Den Teig in 10 gleich große Stücke teilen. Jedes Stück zu einem Oval formen. Für den Kopf (er sollte ungefähr ein viertel des Boxemännchens ausmachen): auf etwa einem Drittel der Höhe von oben zwei schräge Schnitte nach unten setzen. Anschließend von unten mittig einen Schnitt für die Beine setzen und seitlich jeweils einen schrägen Schnitt nach oben für die Arme.

Zweite Gehzeit
Die Boxemännchen erneut gehen lassen und dabei vor dem Austrocknen schützen, zum Beispiel mit Frischhaltefolie, einem feuchten Geschirrtuch oder einer anderen kreativen Konstruktion.
Ich baue meist ein kleines Zelt aus Folie, damit diese den Teig nicht berührt. Frischhaltefolie klebt nämlich sehr gerne an Hefeteig. Auch diese Gehzeit kann wieder etwas dauern. Die Boxemännchen müssen sich nicht verdoppeln, aber etwa 50 % an Volumen zulegen.

Backen
Den Ofen auf 200 °C Ober- und Unterhitze vorheizen. Die Eistreiche anrühren und die Boxemännchen damit sorgfältig bestreichen. Anschließend 12–15 Minuten backen, bis sie goldbraun sind. Danach auf einem Gitterrost vollständig auskühlen lassen.

Dekorieren
Nach dem Abkühlen Augen mit einem kleinen Tupfer geschmolzener Schokolade befestigen und nach Belieben Schokotropfen oder Rosinen anbringen. Auch Streusel oder Zuckerperlen eignen sich wunderbar als Knöpfe. Manche Bäcker backen die Dekoration direkt mit. Ich bringe sie lieber nachträglich an, denn das schmeckt meiner Meinung nach besser und die Farben bleiben schöner.

Als Hefegebäck sind die Boxemännchen am besten wenn sie frisch sind. Sie halten sich aber gut ein, zwei Tage.
Und jetzt viel Spaß beim Backen!