Vanillekipferl Rezept

Veröffentlicht am Kategorisiert als Der Teil mit dem Kuchen

Dieses Rezept für Vanillekipferl war ursprünglich Teil meines Plätzchenadventskalenders 2025, einer E-mail-Serie im Dezember. Die anderen Rezepte findest du hier (ich bin dabei sie nach und nach zu übertragen) sodass man sie einfach finden kann. Du kannst dich dort auch für das nächste Jahr anmelden.


Ich geb’s gleich am Anfang zu: ich backe Vanillekipferl eher selten. Nicht weil sie nicht oberlecker wären, denn das sind sie.
Aber von der strukturmechanischen Perspektive her sind sie schlicht…problematisch. Es ist eine Kombination aus

  • Sprödigkeit: kein Gluten, viel Fett → kein internes Gerüst → bruchempfindlich
  • Heterogenes Material: Nusspartikel verursachen Spannungskonzentrationen → Risse entstehen leichter
  • Geometrie: Die Spitzen wirken wie kleine Hebel → geringe Kräfte erzeugen hohe Biegemomente

Mit anderen Worten: die Geometrie sagt nein, das Material ebenfalls und heraus kommt ein Plätzchen, das schon vom Hinschauen in die Brüche geht. Aber natürlich muss man ausgerechnet Vanillekipferl noch warm(!) in Vanillezucker wälzen. Wer hat sich sowas ausgedacht?
Aber genau die Krümeligkeit macht sie ja so lecker.

Man sagt uns Deutschen ja nach, dass wir super Ingenieure sind und deshalb gibt es natürlich eine Lösung: das Kipferlblech.
Ich stelle mir dazu vor, wie eine Ingenieurin ihren backenden Mann vor dem Nervenzusammenbruch rettet, nachdem sich sein drittes Blech Kipferl naja…verkrümelt hat.

Aber trotz allem: ich mache sie immer wieder (auch ohne Kipferlblech). Ein paar Tipps vorneweg für das gute Gelingen:

  • Gemahlene Mandeln: wie oben angemerkt: fein gemahlen verteilen sie sich besser und sorgen für weniger Brüche
  • Vanille: für dieses Rezept lohnt es sich echte Vanille zu verwenden, und keinen Extrakt, denn sie spielt hier eine Hauptrolle. Den Vanillezucker zum Wälzen kann man auch selber machen indem man eine ausgekratzte Schote mit Zucker in einem Mixer fein mahlt.

Ansonsten handelt es sich hier um ein weiteres Rezept der Gattung Mürbeteig: der Teig möchte nicht mehr als nötig geknetet werden. Damit die Kipferl beim Backen nicht zerlaufen: kalte Kipferl, heißer Ofen.

Zur Deko: klassisch wälzt man sie nach dem Backen in Vanillezucker solange sie noch warm sind. Aber dann sind sie auch extra empfindlich. Man kann, statt sie zu wälzen, auch den Vanillezucker darüber sieben.

Vanillekipferl

Mürbes Mondgebäck, das auf der Zunge zergeht

Ergibt ungefähr 100 Stück


250g Mehl
200g Butter
125g fein gemahlene Mandeln
125g Zucker
1 Vanilleschote

2 Eigelb

50g Puderzucker
2-3 Päckchen Vanillezucker


Teig herstellen
Vanilleschote auskratzen. Mit dem Mehl, Butter, Mandeln, Zucker und Eigelb mit der Hand oder einer Küchenmaschine zu einem Teig verkneten. Den Teig zu längeren Rollen mit ca 2cm Durchmesser formen und kalt stellen für mindestens eine Stunde oder über Nacht.

Kipferl formen und backen
Den Ofen auf 180 Grad vorheizen. Die Teigrollen in 4cm lange Stücke schneiden dann in Kipferlform rollen. Mit ein bisschen Abstand auf ein mit Backpapier belegtes Blech setzen und vor dem Backen gut durchkühlen.
10 Minuten backen, bis die Enden gerade so anfangen braun zu werden

Kipferl wälzen oder bestreuen
Den Vanillezucker mit dem Puderzucker mischen und die Kipferl sofort mit ein wenig der Mischung bestreuen. Dann warten bis sie ein bisschen kühler sind und vorsichtig im Rest des Zuckers wälzen.

In Keksdosen lagern. Die Kipferl sind eher empfindlich, sodass ich sie zwischen Lagen von Backpapier schichte. Sie halten sich ohne Probleme mehrere Wochen.

Und jetzt viel Spaß beim Backen!

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